Stottern verstecken? Nein! Ich zeige mich Öffentlich

Ich sah mir heute nochmal mein Erstvideo an. Gemacht wurde es in der Intensivtherapie am ersten Tag. Jeder kam drann und musste sein eigenes Ich Filmen.

Ich sehe einen Tom der Angst hat. Angst davor zu Sprechen weil er nicht Sprechen kann. Ich sehe Hastische Körperbewegungen die echt nicht mehr normal sind. Aber ich sehe auch viel Mut zum Wille denn:

Er geht damit an die Öffentlichkeit!

Stottern ist das Wiederholen bzw Hängenbbleiben beim Reden. Gefolgt von Begleitsymptomatiken(in meinem Fall Oberkörperbewekungen, Mund aufreißen, Augenzwinkern, Volle Verkrampfung) die das Aussehen verändern. Aber das ist nur das Seh- und Hörbare. Ein Stotterer hat auch Ängste, Scharmgefühle und ggf. Sogar Panikatacken den er selber weiß das was nicht stimmt und es schmerzt einfach sehr.

Auch ich hatte diese Ängste als ich in die Therapie ging. Ein Menschen anzusprechen wenn man weiß das man auf gut deutsch Behindert aussieht tat mir immer sehr weh. Wenn man mich drauf ansprach oder sich gar lustig machte fühlte ich mich wie der Letzte Mensch auf Erden. Ich ging manschmals zur Kasse um was zu kaufen aber kam ohne Sachen raus weil ich aufgab. Oder fur schwarz mit der Bahn weil der Automat kaputt war und ich angst vor dem Schalter hatte. Schließlich musste ich reden. Oftmals gabs kein Hallo oder Schüß von mir und ich nahm alle Schuld aufmich obwohl ich nichtmals wusste was ich anscheinend Angestellt habe. Alldas nur um nicht Reden zu müssen. Ja so ergings mir Tag für Tag.

Logopädische Behandlungen brachten nix. Der Letzte logopäde war aber dan eine kleine Rettung. Zwar gab er offiziell auf aber er Sprach die Intensivtherapie in Bonn an. Eine 10 Wöchige Stationäre Therapie verteilt auf 1 Jahr.

Ein Vorstellungsgespräch kam rasch zu Stande. Ich stellte mich vor und zeigte offen wie schlimm es bei mir aussah. Der Selbstbetroffene Therapeut zeigte schnell das er ahnung von seinem Bereich hat. Schließlich hat er das selbe Problem.

In der Therapie lernte ich mich meinen Ängsten zu stellen. Fremde anzurufen um einfach irgendwas nachzufragen oder Fremde anzusprechen zb nach dem Weg zu fragen. Aber es war nicht einfach. Es gab Tage da hab ich geheult. Die Angst war zu 100% und sich denen dann zu stellen? Also Hut ab für jeden meiner Therapiefreunde. Es war ein purer Kampf aber es lohnte sich. Nach 2 Wochen lernten wir die Sogenannte Stotterkontrolle. Durch eine Bewuste Technik gelingt es das Stottern zu Kontrollieren.

Im folgenden Sehen sie mein 1. Video mitdem ich an die Öffentlichkeit ging und als Start eines Tagebuches dienen soll. Weitere Videos werden natürlich folgen und soll ein Therapieerfolg auf langzeitbasis zeigen.

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