1 1/2 Jahren nach der 1. Therapiephase

Lang ist es her und ich saß in der Therapie mit vielen anderen Leuten. Alle das gleiche Problem aber dennoch niemand die gleiche Art. Aber wie geht es mir heute? Ich kann nur sagen es ist echt Interessant.

 

Das die Technik nicht so Perfekt wie in der Therapie funktioniert war mir schon in der Therapie bewusst. Aber das es so dermaßen schlecht werden kann, das hatte ich mir nie ausmahlen wollen. Aber dennoch kam es vor:

Ich habe meine Ausbildung beendet gehabt, und wurde in eine andere Abteilung gesteckt. Um genauer zu sein war es die Produktion. Ich hielte mich an die Tipps die mir nahegelegt worden waren und bat um 5 min Gespräch mit der ganzen Schicht in einer Besprechung. Natürlich bekam ich die 5 Minuten und ich legte allen nahe was mein Problem ist. Aber stellt euch vor: Die meiste Reaktion war folgende:

Du bist Stotterer?! Das habe ich bis jetzt noch nicht gemerkt……

Ich dachte mir in dem Moment ob die mich gerade verarschen wollten, aber des war mir dann relativ. Ich merkte so nach 3 Tagen das meine Übungen so keinen Sinn mehr haben. Mein Kopf spielt hierbei die größte Rolle. Ich bin von klein auf damit aufgewachsen und konnte mich noch nie beim Sprechen konzentrieren. Der weitere Faktor war das dort Stress ohne Ende herscht und die Umgebung echt Laut war. Auch die Umstellung auf die Schichtarbeit war ein großer Faktor, womit ich bis jetzt nur Bedingt zurecht komme. Schlafstörungen waren somit an der Tagesordnung. Aber da wo ein Wille ist, ist auch ein Weg….. Naja bleiben wir mal bei : Die Hoffnung stirbt zuletzt. Nach 3 Monaten wurds immer noch nicht besser. Es wollte einfach nicht. Dann kam auch noch ein weiterer Abteilungswechsel zustande. Jetzt bin ich in der Qualitätssicherung. Dementsprechend muss ich wieder von 0 anfangen. Die Techiken funktionieren nicht, der Kopf macht was er will und offen darüber zu sprechen ist ein Kampf gegen die Angst und sich selbst. Also ab diesem Punkt erkläre ich dies als ein „Rückfall“…….

Aber, man würde ja keine Therapie machen wenn man nicht lernt wie man da raus kommt…..

Ein ganz Großer Punkt den JEDER Stotterer sich im klaren sein muss ist: Es macht ein Unterschied ob man aus eigener Kraft darüber redet oder ob man sich sagt: „Ich Stottere also weiß er schon bescheid“. Wieso das so ist kann ich mir nur aus meiner Sicht erklären. Wenn ich nicht darüber Spreche bin ich mir unsicher ob er wirklich darüber bescheid weiß. Bei mir ist es sogar so das wenn ich Englisch spreche was hier und da vorkommen mag, muss ich nicht Stottern. Um so lustiger wird man beim Telefonieren angeschaut 😀 aber indem Moment kann man davon ausgehen das die eigenen Kollegen erst recht nix damit anfangen können.

Wenn man demzufolge offen darüber Redet ist man sich sicher das er weiß wieso das alles so ist. Das Gewissen ist somit beruhigt und man kann ein Gewisses Maß an Vertrauen aufbauen. Jenachdem wie viele Menschen davon wissen und mit wie vielen Menschen man darüber redet um so Interessanter werden die Meinungen und das eigentliche Wissen. Viele wissen rein gar nix darüber. Sobald ich anfange darüber zu reden, wird aus den 5 min meist Tage. Weil man redet und man wird immer weiter gefragt wie das so ist und wieso weshalb und warum und …. ach immer dieser gleiche Rotz. Ich habe mir mittlerweile angewöhnt wenn ich anfange darüber zu reden, komplett von hinten auszuholen damit jeder auf den gleichen Stand ist und ich mir die restlichen Fragen spare. Auch in der neuen Abteilung habe ich darüber geredet. Sie haben es auch hier herzlich aufgenommen und unterstützen mich. Aktuell bin ich noch nicht in der Lage wieder diese Techniken so anzuwenden wie früher, aber das ist weitgehend akzeptabel daher ich SELBSTÄNDIG wieder von 0 anfange. Jeden Morgen im Auto höre ich die Übungscd. Und demzufolge lerne ich wieder wie ich früher gesprochen habe. Aber das funktioniert nur dann wenn man sich darauf einläst und den Mut dazu hat es wirklich wieder in Angriff zu nehmen. Ich bin dazu bereit und merke Tag für Tag kleine Erfolge. Also ich denke mal in paar weiteren Tagen wird es um so besser sein. Aber was auf jedenfall fest steht: Ich gebe nicht auf. Obwohl ich einen Rückfall habe, bin ich nicht traurig darüber. Nein ich finde es interessant und schäme mich nicht dafür. Ich zeige es.

Als Fazit: Ja ein Rückfall hört sich schlimm an… aber ist es nicht jenachdem wie man damit umgeht. Ich bin zuversichtlich wie es weiter geht und werde dies auch mit einem Video protokollieren.(Ja genau mit Stottern). euch werden noch weitere dinge Auffallen die ich hier nicht erklärt habe und genau das macht mein „Rückfall“ so besonders. Denn nicht nur das Sprachliche hat sich verändert…. schaut mal wie oft mein Kopf sich nicht mehr bewegt. erstaunlich wa?

 

 

Auch hier heißt es das ich gerne euer Ansprechpartner bin. Wenn ihr sogar bestimmte Wünsche habt, könnt ihr mir dies schreiben. Ich werde so gut es geht euch das nahebringen was euch Interessiert.

Meine E-Mailadresse: info@tom-schorn.de

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